5 Tipps für mehr Sicherheit

Es gibt Dinge, die nicht gut zusammen passen: Ein ängstlicher Hund und Freilauf oder eine schlechte Sicherung. Angsthunde, Tierschutzhunde oder solche, die gerade den Besitzer gewechselt haben, benötigen besonderes Augenmerk, damit sie nicht verloren gehen. Gerade Hunde aus dem Ausland, die sich in ihrer neuen Heimat nicht auskennen, sind besonders gefährdet. Ängstliche Hunde, aber auch solche, bei denen der neue Besitzer keine Infos über das bisherige Leben hat, können vollkommen unvorhersehbar und heftig reagieren, wenn sie aus ihrer Sicht einen Anlass dazu bekommen. Es passiert leider oft, daß Hunde kurz nach ihrer Übergabe oder Ankunft im neuen Zuhause entlaufen. Sie winden sich in Panik aus dem Geschirr oder Halsband, springen vom Arm oder flüchten durch offene Türen. Dabei sind sie in der Lage, selbst hohe Hindernisse zu überwinden oder garantiert die eine Lücke im Zaun sofort zu finden. Ist ein Hund, der sich in der neuen Lebensumgebung überhaupt nicht auskennt und noch keine Bindung zu seinem neuen Besitzer aufbauen konnte, erst einmal weg, ist es unendlich schwierig, ihn wieder zu bekommen. Der Hund flieht in Panik und läuft und läuft, in der Hoffnung, seine "alte" Heimat, in der er sich einigermaßen sicher fühlte, wieder zu finden. Diese Hunde lassen sich auch nicht einfach wieder greifen oder einfangen, sondern flüchten meistens direkt wieder, sobald sie einen Menschen sehen. Hier kommen nun die 5 wichtigsten Tipps für mehr Sicherheit, um Hundeleben zu retten:

1. Tipp:
Der Hund sollte direkt nach der Übernahme durch den neuen Besitzer ein Sicherheitsgeschirr mit DREI (!) Bauchgurten angelegt bekommen. Dieses Geschirr ist gut anzupassen, damit es nicht zu locker sitzt. Das Anlegen des Geschirrs sollte sofort nach der Übernahme und unbedingt in einem geschlossenen Raum, zur Not im geschlossenen Auto erfolgen, damit der Hund nicht schon in dieser Situation die Flucht ergreift. Der Hund kann es Tag und Nacht anbehalten, damit man jederzeit Einfluss auf den Hund haben kann. Eine tägliche Überprüfung des Geschirrs ist notwendig, denn es gibt Hunde, die es über Nacht kaputt beißen. Ein Sicherheitsgeschirr hat drei Bauchgurte: einen hinter dem Ellenbogen, einen auf dem Brustkorb und einen dritten hinter dem Brustkorb. Außerdem haben sie besondere Schnallen, die sich nicht so leicht z.B. beim Kratzen des Hundes öffnen. Leider gibt es diese Sicherheitsgeschirre nicht in den üblichen Geschäften zu kaufen - man sollte sich rechtzeitig vor Übernahme des Hundes ein passendes Geschirr besorgen. Ebenso wichtig ist die richtige Passform.

2. Tipp:
Zusätzlich zum Sicherheitsgeschirr wird der Hund mit einem eng anliegenden Halsband mit Ihren Kontaktdaten ausgestattet. Jeder Gang nach draußen sollte mit zwei Leinen, eine am Sicherheitsgeschirr und eine am Halsband stattfinden. Die erste Zeit des Kennenlernens und des Bindungsaufbaus sollte der Hund zu keinem Zeitpunkt ohne diese Doppelsicherung draußen sein, auch nicht im Garten - egal wie gut dieser eingezäunt ist. Es wird, je nach Hund und Vorgeschichte mindestens 6 Monate dauern, bis der Hund sicher an den Halter gebunden ist und sich an ihm orientiert und ein Abruf sicher klappt. Vorher ist an Freilauf nicht zu denken - zur Sicherheit des Hundes.

3. Tipp:
Lassen Sie auch im Haus das Sicherheitsgeschirr angezogen und befestigen Sie eine kurze Hausleine daran, damit Sie jederzeit Einfluss auf den Hund nehmen können, ohne jedes Mal körperlich an ihn heran zu müssen. Außerdem können Sie den Hund damit einfangen, sollte er sich ihrem Einfluss zu entziehen versuchen. Es ist immer leichter, ein Stück Leine zu nehmen, als den Hund am Geschirr zu greifen. Die Hausleine sollte aus glattem Material z.B. Biothane) sein, dass sich nicht verheddern kann und auch nicht zu lang (ca. Rückenlänge des Hundes).

4. Tipp:
Sorgen Sie für geschlossene Fenster und Türen im Haus. Dies sichert den Hund zusätzlich. Dies gilt natürlich besonders für Terrassen-, Balkon- und Haustüren. Es gibt Hunde, die springen in ihrer Panik sogar vom Balkon oder überwinden hohe Zäune, nur um weg zu kommen. Beim Ausladen aus dem Auto sind ebenfalls offene Türen eine große Verlockung. Transportieren Sie den Hund im Auto in einer stabilen Hundebox, möglichst aus Metall, damit der Hund sich nicht während der Fahrt daraus befreien kann. Das Anlegen der Leine ist immer ein kritischer Moment, deshalb empfehle ich, die Hausleine in der Autobox am Geschirr zu lassen. Damit können Sie den Hund greifen und sichern, bis Sie die längeren Leinen am Sicherheitsgeschirr und Halsband befestigt haben.

5. Tipp:
Überlegen Sie sich jede Fahrt und jeden Ausflug mit dem Hund genau und prüfen Sie, ob es schon so weit ist, den Hund in diese Umgebung zu bringen. Jeder unnötige und vielleicht auch noch unschöne Hundekontakt, jede unerwartete Situation kann das bereits zwischen ihnen aufgebaute Vertrauen wieder zerstören. Zumal Ihr Hund die ersten Ausflüge an der Leine bleibt. Daher stehen Kontakte zu anderen, freilaufenden Hunden schon unter keinem guten Stern. Ängstliche Hunde sind oft überfordert mit den vielen Umweltreizen. Manchmal ist es besser, mit Ihnen die erste Zeit nur aus dem sicheren Auto heraus die Umgebung wahrzunehmen, bevor man sich mit dem Hund auf lange Spaziergänge begibt.

Alles Gute für mehr Sicherheit für Sie und Ihren Hund.

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