Der Hund hat ein Schnupperbedürfnis



Hunde haben zweifelsohne eine tolle Nase, sie sind uns Menschen in der Wahrnehmungsfähigkeit haushoch überlegen. Die Riechschleimhaut der Hundenase beherbergt 125 bis 220 Millionen Riechzellen, der Mensch hingegen hat nur 5 Millionen. Hunde riechen Drogen, Krankheiten und vieles andere mehr. Wenn ein Hund draußen schnuppert, nimmt er ein buntes Potpourri an Gerüchen und Informationen auf. Er riecht, welcher Artgenosse vor ihm an den Baum gepinkelt hat, ob es ein Rüde war oder eine Hündin, kastriert, unkastriert oder gar läufig, das Alter des Tieres etc. Er riecht auch, ob eine potentielle Beute eine Fährte hinterlassen hat oder ob in der Nähe gefährliche andere Tiere lauern. Diese Informationen sind für den Hund wichtig, um seine Grundbedürfnisse befriedigen zu können. Artgenossen sind potentielle Sozial- und/oder Sexualpartner, Beutetiere sind Nahrung und gefährliche Feinde oder gleichgeschlechtliche Konkurrenten gefährden die eigene Sicherheit. Ohne diese Informationen ist der Hund in der Natur nicht lebensfähig. Daher haben diese das Überleben sichernden Instinkte trotz Domestikation bis heute eine elementare Bedeutung für den Hund. Kein Wunder also, daß unser Bello sofort die Nase am Boden hat, wenn es vor die Tür geht. Es ist lebensnotwendig. Hat der Hund nun ein SCHNUPPERbedürfnis? Oder ist damit vielmehr gemeint, daß er sein Überleben sichern möchte? Es ist doch nicht nur das Bedürfnis zu schnuppern, sondern muß differenzierter gesehen werden: Es geht um die Befriedigung von lebenserhaltenden Bedürfnissen, davon ist Schnuppern nur ein ganz kleiner Teil. Die lebenserhaltenden Bedürfnisse entsprechen den Instinkten: Sozialkontakt zu Rudelmitgliedern, Sexualinstinkt zur Familiengründung und Arterhaltung, Territorialinstinkt zur Wahrung der inneren und äußeren Sicherheit und Jagdinstinkt zum Nahrungserwerb. Man kann also das "Schnupperbedürfnis" nicht isoliert sehen, sondern sollte möglichst alle Bedürfnisse des Hundes artgerecht erfüllen. Der Hund hat kein SCHNUPPERbedürfnis, sondern das Bedürfnis seine Instinkte zu befriedigen.

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