Deutsche Sprache - schwere Sprache. Oder wie heißt doch gleich das Gegenteil von Unsicherheit?

Nach kynologischen Maßstäben ein "sicher drohender Hund"


Wenn es um Verhaltensprobleme beim Hund geht, oder besser um problematisches Verhalten, dann hatte man früher die Idee, der Hund müsse vom Menschen "dominiert" und auf seinen Rang verwiesen werden. Dies passierte häufig mit wenig freundlichen Methoden. Heutzutage ist die Wissenschaft weiter und die Dominanztheorie weitgehend überholt. Für manches Verhalten stellt sich nun erneut die Frage nach der Ursache, kann man doch heute nicht mehr so leichtfertig alles auf einen "dominanten Hund" schieben. Oft lese und höre ich in Seminaren oder Vorträgen, daß manches Fehlverhalten des Hundes mit "Unsicherheit" begründet wird. Unsichere Hunde bellen viel, sind manchmal sogar aggressiv, ziehen an der Leine und bleiben nicht gerne allein zu Haus. Viele Probleme mit dem Hund werden auf "Unsicherheiten" zurückgeführt. Schlechte Aufzuchtbedingungen, mangelhafte Sozialisierung in den entscheidenden Entwicklungsphasen und schlechte Erfahrungen bei Hunden aus dem Tierschutz oder Ausland sind nur einige der Ursachen für Unsicherheiten beim Hund. Aber auch die Rasse scheint eine Rolle zu spielen, bei der Bereitschaft des Hundes, Unsicherheiten auszubilden.
So weit so gut - und nun?

für manche Hunde ist das Leckerchen keine Alternative
Nun folgen massenweise Tipps und Hinweise von Fachleuten, mit einem solchen Hund umzugehen oder ihn entsprechend zu trainieren. Ignorieren, Loben im richtigen Moment, Clickertraining, Entspannungsmassagen, Abbruchsignale, Alternativverhalten, sämtliche Tools aus der Trickkiste der klassischen und operanten Konditionierung bis hin zum Flooding oder gar Anti-Bell-Halsband finden Anwendung. Von Rappeldosen, Sprühflaschen und sozialer Isolation einmal ganz zu schweigen. Es gibt zahlreiche Dinge, die man am und mit dem Hund tun kann, um an seiner Unsicherheit zu arbeiten. Die meisten "funktionieren" auch genau so lange, wie der verunsichernde Reiz keine höhere Priorität hat, als die Ablenkung, bei vielen Reizen ist das nicht lange.

Ich dachte, das Gegenteil von Unsicherheit sei Sicherheit und nicht Ablenkung...Ist es nicht so, daß ein unsicherer Hund mit seinem Verhalten für Sicherheit sorgen will? Fachleute sagen, daß z.B. drohendes  Verhalten des Hundes für eine Distanzvergrößerung zum feindlichen Objekt sorgen soll, also für mehr Sicherheit des eigenen Körpers. Warum also wird mit allen Methoden am Hund selber manipuliert? Der Hund ist doch nicht das Problem - er hat nur eines...Wäre es nicht viel sinnvoller, als Mensch für die Sicherheit des Hundes zu sorgen, damit er es nicht allein tun muß?

1 Kommentar:

  1. Alles, was ich bis jetzt gelesen habe, klingt für mich logisch und nachvollziehbar. Allerdings fehlt mir in allen gelesenen Artikeln die Erklärung,wie man es richtig machen soll.

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