Familie gesucht...und was wünscht sich der Hund?


Leserbrief zu „Wer passt zu mir“ Partner Hund 2012 - eine Familie nennt im Fragebogen ihre Wünsche und bekommt drei Rassevorschläge: Einer davon ist "Border Collie"

Was hätte (vielleicht) der Hund geantwortet?

(Die Familie) - das Rudel: Eltern als Fürsorgegaranten, Erzieher und Vorbilder

Die Wohnsituation: ländlich mit möglichst wenig Außenreizen, v.a. mit wenig Geräusch- und noch weniger Bewegungsreizen. Ein sicheres Plätzchen, wo mich garantiert keiner stört und ich keine Aufgaben zu erfüllen habe.

Wer soll den Hund betreuen? Es reicht mir, immer in der Nähe meiner Menschen zu sein. Ich möchte nicht alleine sein und wenn wir aktiv sind, dann möchte ich sinnvolle Aufgaben haben. Ich bin ein Hütehund und möchte Schafe hüten. Ich bin zu intelligent, um mit sinnlosen Dingen beschäftigt zu werden, Ballspiele heizen mich nur hoch und wenn ich nicht tun darf, wozu ich geboren bin, suche ich mir andere Dinge zum Hüten.

(Hunde-) - Menschenerfahrung? Fremde Menschen brauche ich nicht unbedingt, mein Rudel reicht mir und ich mag nicht gerne gekuschelt werden. Ich bin unsicher, wenn meine Sozialisierung nicht umfassend war. Ich reagiere stark auf Bewegungsreize, laute Geräusche machen mir Angst. Ich arbeite viel nur mit Blick, wenn Menschen das nicht wissen, fühle ich mich unverstanden. Menschen geben mir keine Sicherheit, wenn sie meine Bedürfnisse nicht berücksichtigen und mich stattdessen mit unsinnigen Dingen auszulasten versuchen. Ich brauche sinnvolle Aufgaben von meinen Menschen, darauf bin ich seit Jahrhunderten spezialisiert.

Welche Eigenschaften (sollte der Hund) sollten die Menschen haben? Sie sollten meine Bedürfnisse kennen und berücksichtigen. Sie sollten wissen, worauf ich rassespezifisch spezialisiert bin und mir entsprechende Aufgaben geben. Ballspiele und Agility reichen nicht, sondern heizen mich auf, ich neige dann zu stereotypen Verhaltensweisen, die mich stressen. Meine Menschen sollten wissen, daß ich zwar kuschelig aussehe, aber eigentlich eher skeptisch gegenüber Unbekannten bin. Sie sollten mir Sicherheit geben und nicht erwarten, daß ich zu jedem automatisch freundlich bin. Eigentlich möchte ich mit einem Menschen, vielen Schafen und zwei bis drei anderen Border Collies auf endlosen Wiesen unterwegs sein und nicht an kurzer Leine in der Stadt shoppen gehen. Dafür wünsche ich mir Verständnis von den Menschen.

(Welche Aktivitäten soll der Hund mitmachen) - möchtest Du Rettungshundearbeit, Agility und Obidience erlernen? Nein, ich möchte lernen, was ich zum Leben brauche: Jagen und Schafe hüten, dafür bin ich geboren. Ich möchte sinnvolle Dinge tun, die mit Nahrungsbeschaffung zu tun haben. Ich möchte nicht für Sicherheit zuständig sein, das sollten meine Menschen übernehmen.

Was ist Dir noch wichtig? - Ich möchte nicht täglich 2 – 4 Stunden „bewegt“ werden, denn ich bewege mich nicht sinnlos... Bewegung hat immer eine Funktion für mich: jagen, hüten, Nahrungsbeschaffung, Reviermarkieren, Fortpflanzung. Wenn ich jedoch 2 – 4 Stunden „bewegt“ werde, habe ich mit Sicherheit noch ordentlich Potential, denn „bewegen“ lastet mich psychisch nicht aus. Allerdings werde ich dann sicher nicht mit dem Besuch oder den Kindern „toben“ oder „joggen“, denn auch dies ist sinnentleert. Lieber würde ich mit Besuch und Kindern nichts tun, denn Besuch ist vielleicht gefährlich und Kinder sind nicht für meine Erziehung zuständig.

Vielleicht finden Sie ja passende Menschen für mich. Grüße vom Border-Collie

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