Kleiner Pferde - Hunde - Knigge


Liebe Hundehalterin in den Holmer Sandbergen...ja Du, die mit dem Aussie-Mix, der so unsicher und aufgeschmissen war, als ihm klar wurde, daß ihn die Situation mit uns Reitern überfordert. Der arme Kerl hatte den Auftrag, freilaufend voraus den Weg für Dich freizumachen, als wir von weit her sichtbar auf dem Reitweg mit unseren Pferden des Weges kamen. Leider hast Du die Not Deines Hundes heruntergespielt und mit einem Lächeln versucht, ihn lächerlich zu machen, daß er uns und die Pferden anblafft und mit Scheinattacken in unsere Richtung springt. Schade, daß Du nicht realisiert hast, daß er mit diesem Verhalten die Distanz zwischen sich und den Pferden vergrößern wollte. Schade, daß Du ihm nicht geholfen hast. So wird er nächstes Mal eine andere Strategie wählen. Stattdessen hast Du grinsend erklärt, er hätte ja eigentlich die Hosen voll. Ja, das hatte er, keine Frage. Aber ihn mit seinem Problem stehen zu lassen und zu hoffen, daß die Pferde nicht reagieren, war grob fahrlässig, nicht nur uns Reitern gegenüber. Denn wir hatten nicht die Absicht, die Distanz zu verringern - warum auch? Wäre das denn unsere Aufgabe/Verantwortung gewesen? Sicher nicht. Was passiert denn, wenn ein Pferd vor dem Hund, der Angriff signalisiert, scheut, durchgeht und der Reiter stürzt? Ist er dann selber Schuld? Die Rechtsprechung sieht das eindeutig anders. Was passiert denn, wenn Dein Hund so sehr die Hosen voll hat, daß er sich angesichts der sich nähernden Pferde die Flucht ergreift und in den Holmer Sandbergen verschwindet? Dann gibt es eine Suchmeldung mehr. Was passiert denn, wenn die Reiter unbeirrt ihren Weg fortsetzen und der Hund außerhalb Deines Einflußbereiches den Pferden hinterherläuft und (rassetypisch!) in die Fersen greift und das Pferd ausschlägt, Deinen Hund am Kopf trifft und er verletzt wenn nicht gar tödlich getroffen wird? Ist Dir Dein Hund nichts wert, daß Du all diese Risiken in Kauf nimmst? Und auf den Vorschlag, den Hund bitte abzurufen und anzuleinen, nur gereizt und rotzig zu reagieren, weil Dir klar wird, daß Du im Unrecht bist und fahrlässig handelst? Uns Reitern (und Hundehaltern!) gegenüber kannst Du gerne aggressiv reagieren, aber lasse Deinen Hund nicht ins Messer laufen - das ist wahrlich unfair. Und am Ende des Tages bleibt die Frage: Wer hat sich hier eigentlich richtig verhalten? Wer hatte doch gleich sein Tier unter Kontrolle? Wer hat eigentlich wen gefährdet? Nur zur Info: Ab 2016 gilt in Schleswig-Holstein keine Rasseliste mehr - es reicht die BEDROHUNG durch einen Hund für entsprechende Auflagen. Verbellen, Scheinattacken sind BEDROHUNG, auch wenn dieses Mal zum Glück nichts passiert ist. Dies ist das Verdienst unserer Pferde und kann beim nächsten Pferd ganz anders aussehen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für Dein Interesse. Hinterlasse gerne einen Kommentar: